„Hyperspektrales Monitoring während Mikrovaskulärer Eingriffe“

In Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer und Plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Rostock laufen derzeit im Rahmen des Forun-Projektes „Hyperspektrales Monitoring während mikrovaskulärer Eingriffe“ Messungen zur Perfusion an den Hinterläufen von Ratten.
Dafür wird das Gewebe der Ratten auf der Innenseite des Oberschenkels geöffnet und die Gefäße freigelegt. Nach weiteren Schritten wird schließlich die Arteria femoralis durchtrennt und anschließend anastomosiert. Die Ärzte erproben hier Medikamente gegen die Bildung von Thrombosen. Gleichzeitig werden die Hinterläufe der Ratten perioperativ mit der TIVITA™ Tissue nicht-invasiv und ortsaufgelöst überwacht, ohne dabei Kontrastmittel zu verwenden. Die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff kann so zu verschiedenen Zeitpunkten ermittelt und dargestellt werden.

Beispielhaft wird der Verlauf der Oxygenierung über die Zeit von zwei Versuchstieren aufgezeigt. Abgebildet ist hier jeweils die Oxygenierung des linken Hinterlaufs der ersten Ratte:

Oxygenierung des Hinterlaufs der ersten Ratte

Oxygenierung des Hinterlaufs der ersten Ratte

Abgebildet ist hier jeweils die Oxygenierung des Hinterlaufs der zweiten Ratte:

Oxygenierung des Hinterlaufs der zweiten Ratte

Oxygenierung des Hinterlaufs der zweiten Ratte

In den Abbildungen sind deutliche Unterschiede der Oxygenierung zu erkennen. Vor dem Eingriff ist die Perfusion des Gewebes mit oxygeniertem Hämoglobin hoch (rot), was dann durch die Verhinderung des Blutstroms in distale Richtung komplett abfällt (blau/grün). Direkt nach der Anastomose der Arteria femoralis steigt die Perfusion sofort wieder an und verbessert sich postoperativ mit der Zeit zusehends. Dementsprechend kann das System eine erfolgreich durchgeführte Anastomose nachweisen.
Im Tiermodell zu „Hyperspektrales Monitoring während Mikrovaskulärer Eingriffe“ zeigt sich also, dass das Kamerasystem unter anderem in der Lage ist eine Hinterlauf-Ischämie zu diagnostizieren, welches ein etabliertes Modell darstellt, um Therapien zur Bildung neuer Blutgefäße zu verifizieren.

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„Mit der Hyperspektralkamera lassen sich potentiell in Zukunft kritische Perfusionsverhältnisse auch an menschlichen Patienten derart erkennen. Somit könnte hier ein potentiell valides Instrument zur zeitnahen Revision von Lappenplastiken zur Verfügung stehen.“
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Dr. med. dent., Peer W. Kämmerer