Entwicklungsprojekt HyperWound-CAM: Die chemische Kamera zur Wundanalyse

Die HyperWound-CAM hat einen neuen Namen: TIVITA™ Wound.

Diese hyperspektrale Kamera wird im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsprojekts in Kooperation mit der Universität Rostock und der Hochschule Wismar entwickelt.

In der Wundforschung und der Wunddiagnostik gibt es derzeit keine adäquaten Messgeräte, die die Ärzte bei der Beurteilung von Wunden und der Dokumentation von Heilungsverläufen unterstützt.

Ziel des Projektes TIVITA™ Wound ist die Entwicklung eines für den klinischen Einsatz geeigneten hyperspektralen Kamerasystems zur objektiven Beschreibung von Wunden und einer zugehörigen wundspezifischen Dokumentationssoftware.

Perception Park Das Projekt wird von der Europäischen Union aus dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Diese Mittel werden entsprechend dem Operationellen Programm Mecklenburg-Vorpommern 2014 – 2020 eingesetzt.

 
 
HyperWound-CAM

Mit der spezialisierten TIVITA™ Wound werden Sie in der Lage sein, Wunden innerhalb weniger Sekunden auf nicht-invasive Weise qualitativ und quantitativ zu beschreiben und zu Dokumentieren.

In der Medizintechnik ist das ein absolutes Novum und diese neue Form der diagnostischen Unterstützung ist vergleichbar mit dem Schritt von der einfachen bildgebenden Röntgendiagnostik zur Computertomographie.

Die TIVITA™ Wound wird Bilder liefern, bei denen jeder Bildpunkt ein volles VIS/NIR Remissions-Spektrum im Bereich von 500 nm – 1000 nm enthält. Über eine chemometrische Analyse der einzelnen Spektren werden hochaufgelöste Falschfarbbilder erzeugt.

Mit der Kombination räumlicher und chemischer Daten geben die hyperspektralen Bilder präzisen Aufschluss über wundspezifische Merkmale. Während der VIS-Bereich der Farbbilddarstellung dient und Informationen über Melanin- und Hämoglobinlevel des Gewebes in den oberen Schichten der Wunde gibt, erschließt sich über den NIR-Bereich die chemische Zusammensetzung auch der tieferen Gewebeschichten.

So können auf den Bildern, die über die wundspezifische Kamerasoftware errechnet werden folgende Parameter abgelesen werden:

  • Wundgröße (Breite x Länge x Tiefe)
  • Segmentierung der Wunde
  • NIR Perfusion (Perfusion tieferer Gewerbeschichten)
  • Oxigenierung
  • Gewebe-Hämoglobin-Index (THI)
  • Gewebe-Wasser-Index (TWI)
  • Entzündungs- und Infektionsanzeichen
  • Biofilm

Mithilfe der TIVITA™ Wound kann die Behandlung und Therapie von Wunden sehr zeitnah optimal angepasst werden, was den Patienten Leid und den Behandlern Kosten erspart.

Weiterhin kann das Kamera-System durch das Ermöglichen einer objektiven Dokumentation in der Validierung neuer Behandlungsansätze angewandt werden.

Das TIVITA™ Wound System wird voraussichtlich im 3. QT 2017 auf dem Markt verfügbar sein. Erste Publikationen zu dem Thema sind bereits veröffentlicht.

Weiterhin liefern die Artikel Medical Hyperspectral Imaging: A Review von Goulan Lu und Baowei Fei sowie Review of near-infrared methods for wound assessment von Michael Sowa et al. einen umfassenden Überblick.

»Flyer TIVITA™ Wound
 

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