Anästhesie und Intensivmedizin

Besonders bei kritisch kranken Patienten sind mikrozirkulatorische Veränderungen mit einer erhöhten Mortalität und Morbidität verbunden. Daher ist es in der Intensiv- und Notfallmedizin besonders wichtig, neben der Makrozirkulation, auch die Gewebeperfusion und Ödembildung zu monitoren, um die negativen Auswirkungen einer hämodynamischen Inkohärenz zu reduzieren.

Hier stellt die HSI eine vielversprechende Methode dar, um bettseitig Veränderungen der Mikrozirkulation, Oxygenierung und des Wassergehalts der Haut zu monitoren. Probleme wie Medikamentendosisfehler, Kreislaufstörungen, pulmonale Komplikationen oder ineffiziente Sauerstofftherapien könnten somit frühzeitig erkannt werden. Der Gewebe-Wasser-Index, als Parameter eines Gewebe- oder Darmödems, kann z. B. indirekte Rückschlüsse auf die anästhesiologische Steuerung der intraoperativen Volumentherapie zulassen.

HSI-Aufnahmen der rechten Hand eines gesunden Probanden (a–d) und eines Patienten mit septischem Schock (e–h). Die Gewebeperfusion und-oxygenierung liegen im Bereich des gesunden Probanden, jedoch zeigen hohe TWI-Werte (h) ein ausgeprägtes Gewebeödem als mögliche Folge der Flüssigkeitstherapie und des Kapillarlecks. (Bildquelle: HySpI-ICU-Studie; Dietrich et al. (2020). Bedside hyperspectral imaging for the evaluation ofmicrocirculatory alterations in perioperative intensive care medicine: a study protocol for an observational clinical pilot study (HySpI-ICU). BmjOpen10(9):e35742)

Dieses Beispiel zeigt sehr eindrucksvoll, die Fähigkeit der HSI-Bildgebung mikrozirkulatorische/ödematöse Veränderungen in kritisch kranken Patienten bettseitig nachzuweisen. Somit kann frühzeitig die Therapie angepasst werden.