Plastische Chirurgie / Verbrennungs­medizin

In der plastischen Chirurgie wird die HSI-Technologie u. a. für die dynamische und pathophysiologische Beurteilung von Lappenplastiken, Transplantaten sowie Brandwunden eingesetzt. Schlecht durchblutete Lappenplastiken sind bis zu 72 Stunden nach der Operation visuell klinisch nicht unbedingt auffällig. Zu dem Zeitpunkt, bei dem die schlechte Durchblutung erkannt werden kann, sind die Hautlappen jedoch in einem bereits schlechteren Zustand, damit schwieriger zu retten und verursachen einen höheren Revidierungsaufwand.

Mit der TIVITA® Tissue ist es dem Arzt/der Ärztin möglich frühzeitig Oxygenierungs- und Perfusionsprobleme in Hautlappen, wie z.B. arterielle Insuffizienzen und venöse Stauungen, identifizieren und sofortige Korrekturmaßnahmen einleiten zu können. Dadurch können Komplikationen reduziert und die Behandlungsergebnisse nach plastischen rekonstruktiven Operationen bedeutend verbessert werden.

HSI-Aufnahmen einer gestielten Latissimus-dorsi Lappenplastik. (a) Farbbild, (b) StO2, (c) THI, (d) NIR-Perfusionsindex, (e) TWI, (f) exemplarische Absorptionsspektren. Es zeigt sich ein deutlich erhöhter Hämoglobinanteil in den nekrotischen minderperfundierten Lappenanteilen. (Bildquelle: Schulz T et al. Hyperspektralimaging zum postoperativen Lappenmonitoring von lokoregionären Lappenplastiken. Handchir Mikrochir Plast Chir 2020; 52: 316–324)

 

Des Weiteren bietet die HSI-Technologie ein nützliches Instrument für die objektive Beurteilung und Bewertung von Verbrennungen und deren Heilungsprozesse sowie für die frühe Prognose der Verbrennungstiefe.

Beurteilung einer Verbrennungswunde der rechten Hand mittels HSI. RGB-Bilder (a,b) mit deutlich sichtbarer Blasenbildung; erhöhter StO2 (c), Gewebehämoglobin-Index (d) und NIR-Perfusionsindex im Bereich der Verbrennung. (Bildquelle: Promny D et al. [Objective burn depth assessment of hand burns]. Handchir Mikrochir Plast Chir. 2019 Sep;51(5):362-366)